Samstag, 9. September 2017

Eine ganz normale Niederlage

Wenn der amtierende Vizemeister bei einer Mannschaft, die seit Jahren gegen den Abstieg spielt mit 2:0 gewinnt kann man das als normal bezeichnen. Gestern hat der HSV in der ersten Halbzeit gut mitgehalten und hatte dabei sogar die klarste Chance, als Kostic den Ball nach einem wunderschönen Konter nicht auf das Tor bringen konnte. Doch mit zunehmender Spieldauer wurde Leipzig immer überlegener und hat am Ende verdient gewonnen.
So weit, so normal.

Wie ihr vielleicht wisst stehe ich bei Heimspielen immer mit einer kleinen aber lautstarken Clique im Block 26a und gestern kam doch tatsächlich einer dieser ultragefährlichen Ultras auf mich zu und bedroht mich mit der Frage: „Würden sie auch eine Kleinigkeit für die nächste Choreo spenden?“ Nachdem ich darauf hingewiesen habe, dass ich ihm bei einem erneuten Siezen den Klingelbeutel klauen würde bin ich dieser Erpressung gerne nachgekommen.
Diese kleine Anekdote soll nur zeigen, dass mein Verhältnis zu den Ultras zunehmend unverkrampfter wird seit ich “in der Nord“ stehe. Natürlich finde ich nicht alles toll und richtig was dort passiert, doch ist das Engagement um Fankultur und die Unterstützung der Mannschaft absolut lobenswert.

Auch den Umgang mit unserem gestrigen Gegner finde ich bemerkenswert reflektiert. Sowohl in der Kurveninfo von Poptown als auch per Mikro vor dem Spiel wurde dazu aufgerufen die Kapitalisierung des Fußballs nicht nur auf Red Bull und Co zu reduzieren, sondern sich auch als Verein an die eigene Nase zu fassen.
Gestern, so mein Eindruck hielten sich die Schmähgesänge gegenüber den Leipzigern im Rahmen, auch wenn natürlich nach dem revidierten Elfer Timo Werner als Sohn einer Frau dargestellt wurde, die dem ältesten Gewerbe der Welt nachgeht. Trotz des handelsüblich theatralischen Fallers von Werner war das Besondere dieser Szene, dass Aytekin den sauberen Zweikampf überhaupt erst abgepfiffen hat.

Stolz auf die Kurve, die ja eine Tribüne ist, war ich zum Ende des Spiels, als die Mannschaft ob ihrer Leistung unterstützt wurde und nach dem Abpfiff den verdienten Applaus für die erbrachte Leistung bekommen hat. Da sage noch einmal jemand, dass die Fans überzogene Erwartungen hätten…
Stolz und froh war ich nach dem Abpfiff auch über die Aussage des Trainers, der die Probleme im Kader durch Förderung des eigenen Nachwuchses begegnen will.

Es wäre nicht die erste Tugend, die aus der Not heraus geboren wurde.

Apropos Trainer. Gestern war sehr gut zu sehen, warum Gisdol Andre Hahn unbedingt haben wollte. Wahnsinn, was der Rückkehrer gestern geackert und gekämpft hat und deutlich zu sehen, dass er dadurch besser zur Spielweise des HSV passt, als es ein Gregoritsch tat. Ich revidiere meine Meinung hier gerne.
Mit einem Auftreten wie gestern muss dem HSV nicht bange sein, wenn es um den Klassenerhalt geht, sollten aber nur 95% der Einsatzbereitschaft auf den Platz gebracht werden wird es gegen jeden Gegner eng. Aber diese Erkenntnis ist auch nicht neu.

Einen hab ich noch: Liebe Multimediaabteilung des HSV, richtet doch bitte ein Augenmerk auf die Barrierefreiheit eurer Tweets!


Danke

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