Donnerstag, 31. Juli 2014

Auf Pump?

Um es vorweg zu nehmen, mir gefällt es überhaupt nicht, dass sich der HSV bei Herrn Kühne Geld leiht, um damit auf dem Transfermarkt tätig zu werden.
Auch wenn Dietmar Beiersdorfer in Zusammenarbeit mit Mirko Slomka eine Kaderanalyse durchgeführt hat und dabei auf Schwachpunkte gestoßen ist, die es zu beseitigen gilt, hätte ich mir den Mut gewünscht dieses mit Bordmitteln zu versuchen und dabei den Einbau von Talenten wie Demirbay, Tah, Steinmann oder auch Jung in den Mittelpunkt zu stellen.

Ich denke nach wie vor, dass der vorhandene Kader gut genug wäre, um die Plätze 12-15 in der Bundesliga zu erreichen. Rechnet man die Möglichkeit mit ein, Westermann und Jiracek als Außenverteidiger auflaufen zu lassen, könnte man sämtliche Positionen zumindest quantitativ doppelt besetzen. Die Hoffnung auf eine Verbesserung würde auf ein gesteigertes Trainingspensum in der Vorbereitung und eine Modifikation des Spielsystems beruhen. Ansätze auf letzteres waren in den Vorbereitungsspielen schon zu erahnen.

Doch es scheint wieder einmal anders zu kommen. Es wurde wie auch immer ein Zugang zur Geldbörse des großen Gönners gefunden und schon befindet man sich wieder auf Shoppingtour. Die Größe der Kröten, die der HSV bei der erneuten/erweiterten Zusammenarbeit mit Herrn Kühne schlucken muss kann ich momentan nur erahnen und möchte daher auch vorerst auf eine tiefere Bewertung dieses Deals verzichten. Die Frage nach der Notwendigkeit haben die Verantwortlichen für sich anscheinend anders als ich im vorigen Absatz bewertet.

Auf Transfermarkt.de wird der Wert des 26 Mann starken HSV-Kaders zur Zeit mit 65,9 Mio. € angegeben, zum Ende der kommenden Saison laufen die Verträge von 11 Spielern mit einem Marktwert von 27,85 Mio. € aus. Es steht dem HSV also ein finanzieller Kraftakt bevor, um die Verträge (nebst Handgeld) zu verlängern, oder für Ersatz (nebst Ablösen) zu sorgen.
Vor diesem Hintergrund erscheinen mir Transfers auf Pump zumindest fragwürdig.

Dabei will ich weder von schwarzen Nullen noch von kostenlosem Geld sprechen, mir geht es darum, den Mut aufzubringen auf das zweifellos vorhandene Talent im Kader zu setzen und auf dem Transfermarkt nur tätig zu werden, um Abgänge (bevorzugt mit kurzer Vertragslaufzeit) zu kompensieren.
Natürlich habe ich hier leichtes Schreiben, da ich die Konsequenzen eines Scheiterns „nur“ emotional zu spüren bekommen würde und mich schlimmstenfalls (mal wieder) als Schreiber mit begrenzter Ahnung outen würde. Doch erscheint mir der offensichtlich eingeschlagene Weg im Gesamtkonzept nicht der schlüssigste zu sein.

Auch ein Bernhard Peters wird ja nicht nur gekommen sein um die Aussicht zu genießen, viel mehr wird es die Aussicht hier etwas bewegen zu können sein, die ihn nach Hamburg gelockt hat und dafür braucht auch er einen Etat
Aber da die Dicke Dame namens Transferschluss erst in einem Monat zu singen beginnt und ich grundsätzliches Vertrauen in Beiersdorfer/Slomka habe, bitte ich meine Gedanken als Momentaufnahme aufzufassen, denn vielleicht sind die Gerüchte, die diese Gedankengänge ausgelöst haben ja nichts weiter als eben das. Gerüchte.

Mittwoch, 23. Juli 2014

Sommerloch

Gestern war es so weit. Es tagte der Aufsichtsrat des HSV und legte sich auf eine Strategie fest, wie man Herrn Kühne am geschicktesten die Kohle aus der Tasche ziehen kann. Nebenbei wurde am Transfer von Christiano Messi gebastelt des sich nach der Verpflichtung von James Suarez aus England absetzen will.
Woher ich das weiß?
Ich weiß es nicht. Und anscheinend geht es nicht nur mir so. Nur macht es mir nichts aus, sondern ich freue mich darüber.

Derweil werden anderswo die Parallelen von Ultras, VIPs und Eventfans aufgedeckt. Sie bleiben nämlich alle dem HSV fern.
Hatten die Ultras aber wenigstens den Anstand darzulegen, warum sie fernbleiben, machen das die VIPs und Eventies einfach so. Ich vermute ja, dass durch das befürchtete Ausbleiben jeglicher Stimmung in der Arena die VIPs ihre Logen verlassen haben und sich in Richtung HFC Falke umorientieren, wo es zwar keine Mannschaft, aber dafür Stimmung gibt.
Warum die Eventfans aber den extra für sie veranstalteten Telecom Cup so gar nicht liebhaben wollen verstehe wer will.

Jetzt mag sich der geneigte Leser fragen, was die ausbleibenden News aus dem Verein mit den fernbleibenden Zuschauern zu tun haben aber auch dort kann ich nur vermuten.
Mir kommt es momentan so vor als würde der hamburger Boulevard den Mangel an Informationen vom und über den Verein mit negativer Berichterstattung vergelten. Man liest nicht nur von den fernbleibenden Stadionbesuchern als „neuen Millionenschock“, sondern findet auch Schlagzeilen, wie: „Alle kaufen ein – nur der HSV nicht“ es werden Bilanzen der Vorbereitung gezogen und Transfergerüchte wie: „Wird van Buyten der neue Abwehrchef?“ produziert.

Noch in der letzten Sommerpause wurde die hamburger Medienlandschaft regelmäßig mit Internas bemaulwurft, doch in diesem Jahr herrscht das Sommerloch.
Am zurückgehenden Zuschauerinteresse mag ja etwas dran sein und vielleicht wird beim HSV ja sogar mit Daniel van Buyten (Uwe bewahre) geliebäugelt, doch kommt mir das alles etwas konstruiert und schmollend vor und ich denke, dass man nur zu gerne sehen würde, dass mit Hilfe Kühnes Transfers getätigt würden und sei es nur um genau das dann später zerreißen zu können.

Ich würde ja liebend gerne mit dem vorhandenen Kader (eventuell ergänzt durch Nachwuchsaußenverteidiger) in die Saison gehen, wenn dadurch neue Schulden vermieden würden.Sollte es so kommen, wäre das doch auch eine Schlagzeile wert und wenn der Königstransfer in diesem Sommer Bernhard Peters bliebe, wäre dies doch ein Grund sich mit dem neuen HSV anzufreunden.
Aber noch sind es dreieinhalb Wochen bis zum Saisonauftakt in Cottbus und gar fünfeinhalb Wochen bis zum Ende der Transferphase. Lassen wir uns überraschen, was bis dahin noch alles passiert.


PS: Nach der WM-Pause gibt es auch wieder den HSVTalk auf meinsportradio.de
Am 23.7. um 13.00 Uhr ist die Erstausstrahlung und kurze Zeit später steht der Talk mit
Tanja (Raute 22C), Uwe (HSV Spox) und mir auch als Podcast zur Verfügung.

Freitag, 18. Juli 2014

Zeichen

Meinen letzten Blogbeitrag Kreuzer muss gehen musste ich schon Minuten nach der Veröffentlichung um ein „und Bernhard Peters kommt“ ergänzen. Ich habe das gerne gemacht.
Für mich kam die Bekanntgabe dieser Personalie so überraschend, dass ich das gerade beendete Interview bei meinsportradio.de noch einmal wiederholen musste, da ich dort die Personalie Peters als Möglichkeit, aber auch als Gerücht bezeichnet habe. Diese Aussage wurde nicht einmal gesendet.

Mit der Verpflichtung von Bernhard Peters verbinde ich  die Hoffnung auf  die Umsetzung des von HSVPlus angekündigten Strebens nach Kontinuität und Nachhaltigkeit. Auch die Tatsache, dass Peters bislang ohne Gefolge kommt sehe ich positiv. Er will sich erst einen Überblick auf das Geschehen im Nachwuchsbereich verschaffen, um dann punktuell zu handeln. Hoffen wir, dass Peters die langersehnte Ruhe in den Nachwuchsbereich bringt und wir in vier fünf Jahren von seiner Arbeit profitieren können. Ich bin diesbezüglich guter Dinge.

Hilfe bekommt Peters dabei eventuell von David Jarolim, dem bei seinem Abgang das Versprechen der offenen Türen gegeben wurde, durch die er jetzt, zwei Jahre später (wirklich erst?), nach seinem Karriereende treten könnte. Ich bin davon überzeugt, dass Jaro ein Gewinn für den Verein wäre und jeder, der seine Laufbahn verfolgt hat weiß auch warum ich so denke.
Den Abgang von Michael Mancienne in Richtung unseres Europapokalfinalgegners von 1980 bedaure ich, wie die meisten Anhänger des HSV auch wenn er nachvollziehbar ist. „Männtschn“ hat sich dem HSV gegenüber immer professionell und loyal verhalten, was man anders herum nicht immer sagen kann. Aber lassen wir das und hoffen, dass Michael in Nottingham wieder zu „The Machine“ wird.
In der MOPO wurde Mancienne als Transfermissverständnis bezeichnet, ein Musterbeispiel an Oberflächlichkeit…

Der Etat des HSV wird durch diesen Transfer entlastet, doch wird wahrscheinlich noch ein Innenverteidiger kommen. Nachvollziehbar, da ja auch Lasse Sobiech nicht mehr zur Verfügung steht. Nicht vergessen sollte man aber, dass zwei Spieler diese Position ausfüllen können, die in der letzten Saison (Kacar) bzw der Rückrunde (Tah) aus unterschiedlichen Gründen keine Rolle mehr gespielt haben.
Auch die Verlängerung des Ausrüstervertrages ist ein positives Signal. Das Zustandekommen im April, als die nahe Zukunft des HSV mehr als ungewiss war, zeigt auch, dass der Name unseres Vereins in der Fußballwelt noch etwas zählt.

Ich freue mich, dass es nach den hausgemachten Unruhen (Gernandt, Kühne) momentan so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe. Es wird am Konzept gearbeitet und erst verkündet, wenn es auch was zu verkünden gibt. Natürlich ist es zu früh um in Jubel auszubrechen und ebenso natürlich werden auch wieder unruhigere Zeiten kommen (schließlich wurde ja noch nicht gegen den Ball getreten), doch haben mir die Tage nach der Vorstellung Beiersdorfers gefallen.
Weiter so.

Dienstag, 15. Juli 2014

Kreuzer muss gehen und Bernhard Peters kommt

"Wir haben gewisse Vorstellungen einer Neuausrichtung des sportlichen Bereiches. Diese Entscheidung ist ein Teil davon. Ich habe Oliver Kreuzer heute in einem persönlichen Gespräch davon unterrichtet. Ungeachtet dessen möchten wir ihm sehr für seinen großen Einsatz während seiner Zeit beim HSV danken. Auch dafür, wie er mich in den vergangenen Wochen beim Übergang in die Fußball AG und bei der Kaderplanung unterstützt und begleitet hat", sagt Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersdorfer.
So war es gestern kurz nach 18.00 Uhr auf HSV.de zu lesen.

Natürlich ist mir vollkommen klar, dass eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, doch könnte ich mich daran gewöhnen Neuigkeiten auf dem Online-Portal meines Vereins zu lesen, anstatt dort nur Bestätigungen von Pressemeldungen zu bekommen.
Wirklich überraschend war diese Meldung vom Inhalt dabei nicht, Beiersdorfer scheint der Meinung zu sein, dass Kreuzer nicht der Richtige ist, um den HSV nach seinen (Beiersdorfers) Vorstellungen aufzustellen.
Ich kann diese Entscheidung, auch wenn ich persönlich keinen Groll gegen Kreuzer hege, nachvollziehen. Beiersdorfer will und muss die Sportchefposition mit einer Person, der er fachlich und menschlich zu 100% vertraut besetzen und wenn Kreuzer diese Person nicht ist, muss er halt gehen.

Aus meiner Sicht, der ich weit vom Volkspark entfernt schreibe, war der HSV in seiner sportlichen und strukturellen Situation zwei bis drei Schuhnummern zu groß für Oliver Kreuzer. Ich hatte bei ihm das Gefühl, er wäre auf der Suche dem eigenen Profil und ist dabei gerade medial zu oft über das Ziel hinausgeschossen. Vielleicht hätte er auf die latent vorhandenen Ressourcen der Presseabteilung des Vereins zurückgreifen sollen, um sich den einen oder anderen Auftritt in der Öffentlichkeit zu ersparen.
Auf dem Transfermarkt konnte Kreuzer, ob der eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten, keine Spuren hinterlassen, die Vertragsverlängerungen mit Diekmeier, Tah und Calhanoglu stehen genau wie seine Beteiligung am Lasoggatransfer auf seiner Habenseite.
Über die andere Seite seiner Tätigkeit habe nicht nur ich schon genug geschrieben.

Beiersdorfer hat sich seinem Naturell entsprechend mit seiner Entscheidung Zeit gelassen, daher erwarte ich auch keinen Schnellschuss bei der Neubesetzung von Kreuzers Posten. Es besteht wohl auch kein akuter Handlungsbedarf, konnte sich Didi doch in seiner vierwöchigen Warteschleife mit potentiellen Veränderungen im Kader auseinandersetzen, die bei Bereitstellung entsprechender Mittel „nur“ noch umzusetzen sind.

Ob Jarchow und Hilke bei der AG Vorstandsmitglieder auf Zeit oder langfristige Mitstreiter sein werden, vermag ich momentan nicht zu sagen, doch zumindest bei Jarchow deutet schon die etwas schwammige Stellenbeschreibung auf eine Übergangslösung hin. Das Schaffen Joachim Hilkes vermag ich überhaupt nicht einzuschätzen und daher möchte ich hier auch nicht spekulieren.
Aber es langt ja auch, wenn wir von den Personalentscheidungen dann irgendwann auf HSV.de lesen.
Mir jedenfalls!

Was interessiert mich mein Geschreibsel von gerade eben?
Hier die Meldung von HSV.de:


Bernhard Peters wird „Direktor Sport“ beim HSV
Bernhard Peters wird ab dem 1. August 2014 "Direktor Sport" der HSV Fußball AG. Der 54-Jährige wird ein umfassendes Förderkonzept von der Jugend bis zur Profiebene inhaltlich entwickeln und strategisch umsetzen.
„Die Verpflichtung von Bernhard Peters stellt einen wesentlichen Teil der sportlichen Neuausrichtung dar. Wir sind sehr glücklich, dass es uns gelungen ist, mit Bernhard Peters einen der national und international anerkanntesten Experten in den Themen Fußballstruktur, -konzept und Nachwuchsentwicklung für den HSV zu gewinnen", sagt HSV-Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersdorfer.

Bernhard Peters war seit 2006 "Direktor Sport- und Nachwuchsförderung" bei der TSG 1899 Hoffenheim. In den acht Jahren im Kraichgau wurde die achtzehn99-Akademie dank seiner Arbeit, Ideen und Konzepte zur Leistungsentwicklung zu einem Nachwuchszentrum ausgebaut, dass nicht nur mit den Meistertiteln der U17 und U19 Erfolge feiern und Zeichen setzen konnte, sondern wurde auch über die Grenzen der Republik hinaus zu einer beachteten Vorzeige-Einrichtung.

„Jetzt ist es mein Ziel, gemeinsam mit Dietmar Beiersdorfer und unseren Mitarbeitern, dem HSV eine eigene fußballerische Identität zu geben: eine Philosophie, aus der heraus vom Kinder- über den Jugend- bis hin zum Profibereich eine unverwechselbare Handschrift entwickelt wird", erklärt Bernhard Peters. 

Für Bernhard Peters und seine Familie bedeutet dieser Wechsel auch einen persönlichen Aufbruch. „Wir sind dem Norden Deutschlands seit Jahren sehr verbunden, das betrifft sowohl die Stadt Hamburg als auch die Umgebung. Daher ist dieser Schritt auch für meine Familie und mich eine ungeheure Chance, eine neue Lebensphase in bereits vertrauter Umgebung zu beginnen.", so Peters. 



Bernhard Peters wird nicht die Position des bisherigen Sportdirektors übernehmen. " Zur Neubesetzung der Position ‚Direktor Profifußball‘ befinden wir uns derzeit in Gesprächen", so Dietmar Beiersdorfer. 
 
Ein Kommentar von mir folgt in Kürze.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Pensionär mit @nurderTim

Ab einem gewissen Alter sollte man sich ja Gedanken um das Leben als Rentner machen, also nicht dass ich dieses Alter schon erreicht hätte, oder überhaupt daran denken würde, doch manchmal bewegen sich halt auch die Gedanken von uns Männern im besten Alter zu diesem Thema hin.
Exemplarisch sei dieser Tweet von nur der Tim, der mich vorhin erreichte.



Natürlich macht man sich ein gleich ein paar Gedanken, wie sowas aussehen könnte und vorab gesagt, ich konnte mich mit diesem Gedanken sofort anfreunden.
Doch lest selbst:

Jede Nacht um halb eins, wenn das Fernsehn rauscht
Leg ich mich auf's Bett und mal mir aus
Wie es wäre, wenn ich erst mal einundsiebzig bin
Macht dann Leben, Geben, Streben überhaupt noch Sinn
Dann kam ein Tweet von nur der Bart, der dacht` das auch
Und schon ließen wir die Gedanken raus
Tun uns zusamm`n und werden scheiße nur sei-en
Klapprig, grau, senil aber hundsgemei-en

Das alles und noch viel mehr
Woll`n wir machen
Sind wir erst einmal Pensionär
Oh…, das alles und noch viel mehr
Woll`n wir machen
Sind wir erst einmal Pensionär

Würden uns auf der Parkbank treffen, über Leute lästern
Un`sre Neuigkeiten kämen stets von übergestern
Mit den Krückstöcken, die wir nur zur Zierde tragen
Würden wir einfach zum Spaß nach den Kindern schlagen
Den Frauen kneifen wir mal eben dann und wann
In den Hintern und schauen dann Passanten an
Sehn dann nach der Ohrpfeife in ihre Gesichter
Die rein gar nichts begreifen und müssen kichern

Das alles und noch viel mehr
Woll`n wir machen
Sind wir erst einmal Pensionär
Oh…, das alles und noch viel mehr
Woll`n wir machen
Sind wir erst einmal Pensionär

Wir hol`n uns erstmal Kleingeld, damit einzukaufen
Würden über große Straßen extra langsam laufen
Übt dann einer mal Kritik, dann lachen wir ihn aus
Und nehmen dabei uns`re Zähne raus
Junge Frau würden wir zu Tanja sagen
Die müsste uns dann immer unsre Taschen tragen
Dafür würde sie auch manchmal einen Bonbon kriegen
Weil die Jungen ja uns Alten auf der Tasche liegen

Das alles und noch viel mehr
Woll`n wir machen
Sind wir erst einmal Pensionär
Oh…, das alles und noch viel mehr
Woll`n wir machen
Sind wir erst einmal Pensionär

Die WM und ich

Warum auch immer, ich komme in diesem Jahr nicht so recht in WM-Stimmung. Dabei war ich noch nie ein großer Nationalmannschaftsfan, der im Trikot vorm TV oder auf Fanfesten das letzte bisschen Verstand verliert, wenn Jogis Jungs gegen den Ball treten, doch als Müller das 1:0 gegen Brasilien erzielte, habe ich mich statt zu jubeln gefragt, wie der Torschützenkönig von 2010 derart frei zum Abschluss kommen konnte. Ich freue mich wirklich, dass die deutsche Elf es bis ins Finale geschafft hat, doch ob meiner emotionalen Entfernung vermag ich nicht euphorisiert oder gar stolz darauf zu sein.

Noch weniger vermag ich, der ich durchaus ein Freund des gepflegten Bashings bin, Häme für die Brasilianer zu empfinden. Im Gegenteil. Mir gingen die so öffentlich gezeigten Gefühle der Spieler aber auch der Fans sehr nahe. Man sah wie schwer der Rucksack gefüllt mit dem Trauma von 1950 und den Erwartungen der ganzen Nation für die Selecao gewesen sein musste. Man sah wie übermotiviert sie ins Spiel gegangen sind und wie sie unter dem Druck und dem Blick der ganzen Welt zusammenbrachen.

Man sah aber auch, wie eine gereifte deutsche Elf das annahm, was ihr angeboten wurde und diese Angebote (welt)meisterlich in Tore ummünzte. Darüber hinaus meinte ich sehen zu können, dass die Nationalmannschaft es während und vor allem auch nach dem Siel nie an Respekt für den Gegner hat mangeln lassen. Direkt nach dem Abpfiff sah es sogar fast so aus, als wüsste man nicht ob und wie man jubeln dürfe, ohne die Brasilianer zu brüskieren.
Das, genau wie die geerdeten Äußerungen der Nationalspieler nötigte mir Respekt ab und die gelungene Präsentation meines Heimatlandes machte mich auch ein kleines bisschen stolz.

Sportlich hat das DFB-Team es zu 100% verdient ins Finale einzuziehen und dieses auch gegen Argentinien zu gewinnen, bei deren Sieg im Elfmeterschießen ich dann doch ob des peinlichen Auftritts von Tim Krul gegen Costa Rica etwas Genugtuung verspürte. Die Argentinier, wie auch die Niederlande, versuchen in erster Linie das Spiel des Gegners zu unterbinden. Eine ebenso legitime wie unattraktive Art des Fußballs. Das kommt bei mir HSV verwöhnten Fußballästheten natürlich nicht gut an.

Vor und auch während der WM habe ich kaum ein gutes Haar an Jogi Löw und seinem Funktionsteam rund um die Nationalmannschaft gelassen und nachdem ich schon einmal Abbitte geleistet habe, tue ich das hier gerne noch einmal: Wenn seine Mannschaft alles in allem den besten Fußball der WM spielt und sich darüber hinaus auch noch positiv als Botschafter des Landes präsentiert, kann der Delegationsleiter nicht viel verkehrt gemacht haben.
Auch wenn ich sein Auftreten als Person nach wie vor nicht mag, wünsche und gönne ich Joachim Löw den Sieg am Sonntag und damit die Krönung seines zehnjährigen Wirkens beim DFB.
Und wer weiß, vielleicht verhilft mir diese späte Einsicht auch zu etwas WM-Stimmung.

Dienstag, 8. Juli 2014

Jogi Löw

Wenn man sich öffentlich äußert und dabei auch gerne mal deutlich Kritik übt, muss man damit rechnen auch mal daneben zu liegen. Ich habe im Vorfeld der WM kein gutes Haar an Joachim Löw gelassen und habe neulich im WM-Talk auf meinsportradio.de dem Konne versprochen öffentlich Abbitte zu leisten, wenn Löw es schafft mit seiner Truppe ins Finale einzuziehen.
Als kleinen Vertrauensvorschuss vor dem heutigen Halbfinale ziehe ich dies jetzt vor.

Doch wie könnte man Engelchen und Teufelchen in meiner Brust besser hervorlocken, als mit dem großartigen Wechselgesang von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood, die bestimmt schon 1967 Jogi Löw meinten, als sie Summer Wine sangen.
Spielt das Video ab und lest oder singt den Text dazu.

Viel Spaß und mea culpa, Jogi!





Adrett gekleidet von dem Scheitel bis zum Fuß
Die Haare sitzen auch nach einem Regenguss

Du wirkst so affektiert, sitzt Du auf Deiner Bank
Sprichst Du zur Presse lache ich mich meistens krank
Am Schal um Deinen Hals will zieh`n ich und zwar stark
Denn wenn Du redest sagst Du meist nur Quark
Oh Oh Jogi Löw


An Deinen Lippen hängt das ganze Fußballland
Die Journalisten fressen Dir aus Deiner Hand
Du bist so kompetent sowas von seriös
Jetzt krieche ich zu Kreuz, sei mir nicht bös
Oho Jogi Löw

Wenn große Spiele kamen hast Du stets versagt
Sehnsucht nach Titeln wurde unter Dir vertagt
Zweiter und dritter Platz war`n gut für Dich
Und für den DFB wie lächerlich
Oh Oh Jogi Löw

Den Spielern hat es wohl an Erfahrung noch gefehlt
Doch hast Du weiterhin auf Deine Jungs gezählt
Jetzt zahlen sie zurück, ein Wort ein Mann
Wie man an so nem Kerl nur zweifeln kann
Oho Jogi Löw

Mit einem Stürmer nur fuhrst nach Brasilien
Glaubst Du denn wirklich so gewinnt man die WM
Außenverteidiger find man im Kader nicht
Sag mal Du bist doch wohl nicht mehr ganz dicht
Oh Oh Jogi Löw

Die Überlegung war wohl doch gar nicht so schlecht
Denn der Erfolg gibt nur dem wahren Sieger recht
Nach acht Jahr`n stehst Du jetzt so kurz vor Deinem Ziel
Weshalb ich mich bei Dir ent - schuldigen will
Oho Jogi Löw




Freitag, 4. Juli 2014

Und ab dafür...

Jetzt wird der Lasoggadeal also doch mit dem Abgang von Calhanoglu finanziert.
Auch wenn es mich wirklich stört, dass der Spieler seinen Willen via Arbeitsverweigerung durch gelben Zettel durchsetzt - ja ich erlaube mir diese Ferndiagnose – ist die Entscheidung des Vereins absolut nachvollziehbar. Schließlich können wir es uns nicht leisten das letzte bisschen Kapital auf die Tribüne zu setzen und wenn ich jetzt Stimmen wie: Aber bei den Bayern hätte er… höre, sage ich ja aber wir sind nicht die Bayern.

Also machen wir einen Hakan hinter diese Geschichte und fragen uns noch mal kurz ob die 14-16 Millionen wirklich das Optimum dessen sind, was aus diesem Transfer zu erzielen war. Als Antwort bleibt die Erkenntnis, dass man selten das Optimum erreicht und jede weitere Frage ist müßig.
Das kolportierte Gehalt von Lasogga erscheint mir mit 3 Millionen jedoch zu hoch gerade in Zeiten der „Sparsamkeit“. Hoffen wir, dass diese Summe aus dem Reich der Spekulation kommt.

So, wie diese Transfergeschichte gelaufen ist, war man nicht auf Mittel von außen angewiesen und das ist für mich das positivste Nebengeräusch. Wenn Herr Kühne seine Unterstützung an den Verbleib oder der Verpflichtung irgendwelcher Spieler koppelt, dann muss man eben drauf verzichten und wenn Herr Gernandt diesen Weg dann nicht mitgehen kann, muss man eben auch auf ihn verzichten.
Ich werte den Ablauf dieser Drei- oder Vierecksgeschichte auch als Zeichen Beiersdorfers in diese Richtung.

Ich habe HSVPlus nicht gewählt um den kurzfristigen Erfolg durch Geld von außen zu erzielen, sondern um eine Neuausrichtung des Vereins umzusetzen, bei der es um Nachhaltigkeit durch Kompetenz in allen Gremien geht. Daher kann ich mit dem Ziel Klassenerhalt für die kommende Saison bei nahezu unverändertem Kader auch leben. Gut sogar.

Bedauerlich finde ich den Rückzug der CFHH.
Nicht nur weil ich die Unterstützung von „oben“ und die Choreos, von denen ich manchmal ein Teil war, die ich aber auch oft von außen genossen habe vermissen werde, sondern weil ich es schade finde, wenn sich ein sehr aktiver Teil der Fanszene ausgegrenzt fühlt. Letztlich sollte es den Fans um die Unterstützung der Mannschaft gehen, auch wenn eine Identifizierung mit dem Profifußball durch Vorgänge wie den Calhanogluwechsel und Äußerungen der Kühnes dieser  Welt sicherlich nicht leichter wird.
Ich hoffe wirklich, dass die Mitglieder der CFHH, wenn vielleicht auch nicht als Gruppierung sondern „nur“ als Personen den Weg zurück zum Verein (denn das bleibt er für mich auch als AG) finden werden.

Sollte ich mit dem Gefühl, dass sich Beiersdorfer auch gegenüber Herrn Kühne durchsetzt (was doch eigentlich das Normalste der Welt sein sollte) recht behalten, wäre das doch auch ein Zeichen dafür, dass auch in Zukunft nicht nur das Geld bestimmen wird, auch wenn die Kommerzialisierung des Fußballs weiter voranschreiten wird.